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Abwasserkanäle dienen als Entsorgungseinrichtungen dem gemeinschaftlichen Gebrauch im Sinne des § 15 Abs. 2 WEG und sind daher gemeinschaftliches Eigentum, das allerdings dort endet, wo die Kanäle in das Sondereigentum abzweigen. Dienen sie dort nur der Entsorgung der betreffenden Sondereigentumsräume, sind sie dem Sondereigentums zuzuordnen.

Der Einbau eines Türspions in die Wohnungseingangstür ist ein Eingriff in das gemeinschaftliche Eigentum, der Einbau stellt somit eine bauliche Veränderung dar, muss aber nach § 22 Abs. 1 Satz 2 WEG geduldet werden (LG Berlin, 13.07.1984, 65 S 3; zwar dort zum Mietrecht, jedoch analog anwendbar, weil Wohnungseigentümer nicht schlechter gestellt werden dürfen als Mieter vgl. insoweit OLG Frankfurt, 12.10.1981, 20 W 151/81; vgl. auch OLG Celle, 19.5.1994, 4 W 350/93 zur rechtlichen Gleichbehandlung von Mietern und Wohnungseigentümern).

Decken und Böden zwischen zwei Wohnungen sowie Bodenplatten sind als konstruktive Bestandteile zwingend gemeinschaftliches Eigentum (KG Berlin, 10.01.1990, 24 W 6746/89). Auch OLG Hamm: Geschossdecken einschließlich der aufgebrachten Isolierungsschichten gegen Feuchtigkeit und Trittschall sind grundsätzlich Gemeinschaftseigentum (OLG Hamm, 13.08.1996, 15 W 115/96).

Als temperatur- und schalldämmende (isolierende) Schutzschicht ist der Estrich gemeinschaftliches Eigentum. 

Auch Balkenkonstruktionen sind zwingend gemeinschaftliches Eigenttum, da sie der Stabilität und der Sicherheit des Gebäudes dienen.

Fundamente sind als konstruktive Bestandteile des Gebäudes zwingend gemeinschaftliches Eigentum.

Geländer an Treppen, Zu-, Auf- und Abgängen sind baurechtlich zwingend vorgeschrieben und gehören als Zubehör zu den Anlagen und Einrichtungen, die dem Gebrauch und der Sicherheit der Bewohner einer Wohnungseigentumsanlage dienen. Sie stehen daher zwingend im gemeinschaftlichen Eigentum.

Tragende Mauern sind als konstruktive Bestandteile des Gebäudes, die gemäß § 5 Abs. 2 WEG zu dessen Bestand und Sicherheit erforderlich sind (LG Bremen, 10.10.1986, 2 T 330/1986) zwingend gemeinschaftliches Eigentum.

Nichttragende Zwischenwände im Sondereigentumsbereich sind Sondereigentum. Zwischen zwei verschiedenen Sondereigentumseinheiten kann Mitsondereigentum eingeräumt werden. Im Bereich des gemeinschaftlichen Eigentums sind solche Zwischenwände Gemeinschaftseigentum.

Übrigens, ein Wohnungseigentümer ist – immer im Rahmen seines Sondereigentums - berechtigt, die Art der Nutzung der einzelnen Räume zu verändern. Die ursprüngliche Bezeichnung der einzelnen Räume, beispielsweise Wohnzimmer, Kinderzimmer oder Küche im Aufteilungsplan steht dem nicht entgegen.

Übrigens, wer eine Wohnung in einem Altbau erwirbt, sollte sich nicht darauf verlassen, dass er bei nachträglichen Umbauten für einen besseren Schallschutz von den Miteigentümern finanzielle Unterstützung erhält (OLG Celle 4 W 4/05).

Der Fall: Die Umbauten waren nicht gerade billig. Nachdem ein Mann sich eine Wohnung in einem Haus aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gekauft hatte, entschied er sich für den Einbau einer Trittschalldämmung. Er wollte, dass die Eigentümergemeinschaft sich daran beteiligt, denn schließlich sei der Estrich unter seinem Bodenbelag ja ein Bestandteil des gemeinschaftlichen Eigentums. Die Nachbarn sahen allerdings gar nicht ein, warum sie etwas beisteuern sollten, das sei eine Privatsache des Neuen. Es kam zum Prozess.

Das Urteil: Die Wohnungseigentümergemeinschaft darf nicht mit dem nachträglichen Schallschutz für eine einzelne Wohnung belastet werden, entschieden die Richter des Oberlandesgerichts Celle. Im konkreten Fall sei der Ausstattungszustand des Objekts beim Kauf ausschlaggebend gewesen, stellten die Richter fest. Wenn der Neu-Eigentümer später damit nicht zufrieden sei, müsse er selbst für den Umbau des Bodens aufkommen,OLG Celle, Aktenzeichen 4 W 4/05.

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