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Die Wohnungeigentümer überlegen, ob sie einem Eigentümer einen Mahnbescheid schickenSchnell, kostengünstig und relativ unkompliziert lässt sich ein Mahnverfahren durchziehen. Ob rückständige Hausgelder, nicht gezahlte Abrechnungsspitzen oder Sonderumlagen, wenn die Eigentümergemeinschaft der Überzeugung ist, dass ein Mahnbescheid bei einem säumigen Wohnungseigentümer zum Ziel führt, ist er das Mittel der Wahl. Als sich selbst verwaltende Eigentümergemeinschaft können sie ein Mahnverfahren einleiten oder noch besser, sie statten einen Miteigentümer in einer Eigentümerversammlung mit der entsprechenden Bevollmächtigung aus, dies erspart die Eingabe aller Miteigentümer. Im folgenden erläutern wir die Besonderheiten, wenn eine WEG den Mahnantrag (den Mahnbescheid verschickt das Mahngericht) ausfüllt und wenn sie wollen, können sie sich hierzu auch ein kleines Vido anschauen.

So füllen sie einen Mahnantrag aus

Mahnbescheide können heute nur noch über das Internet beantragt werden. Das Ausfüllen der mehrseitigen Formulare am Schreibtisch ist passè. Die einfachste und bequemste Möglichkeit ist das Barcode-Verfahren unter www.online-mahnantrag.de, das kostenlose Online-Portal der deutschen Mahngerichte. Spartanisch und wie Elster-Online eher abschreckend, aber mit guter Benutzerführung und einer einmal hilfreichen Hilfe. Für alle gedacht, für die das Ausfüllen eines Mahnantrages nicht zum täglichen Geschäft gehört.

So geht es

  1. Auf der Seite „Für wen erfassen Sie den Antrag“ sollten sie darauf achten, dass sie nicht Prozessbevollmächtigter wählen. Stellen sie den Antrag als von der Eigentümergemeinschaft bevollmächtigter Miteigentümer, ist „Ich bin Antragsteller“ die richtige Wahl. Anschließend unter Sonstiges „WEG“ wählen.
  2. Da die WEG den Mahnantrag durch einen bevollmächtigen Miteigentümer stellt, klicken sie  nun die Option „Die WEG selbst ist Antragsteller, diese wird durch eine natürliche Person/Einzelfirma vertreten“ an.
  3. Hier geben sie die „Anschrift“ ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft ein. In der Regel ist dies der Straßenname plus Hausnummer - z.B. Feldstraße 100. Darunter geben sie die Lage, also die Straße und Hausnummer sowie PLZ und Stadt ein. Nachdem sie auf „weiter“ geklickt haben (der grüne Pfeil rechts unten) werden sie gefragt, welche Person die WEG vertritt. Hier wählen sie „Miteigentümer“ oder „Miteigentümerin“ aus und geben ihren Namen und ihre Anschrift ein. Im folgenden Formularfenster tragen sie den Namen und die Anschrift des Antragsgegners ein. Wir sind aus Vereinfachungsgründen davon ausgegangen, dass Antragsteller und Antragsgegner im Haus Feldstraße 100 wohnen. Es kann sein, dass unser säumiger Hausgeldzahler Herr Knausrig seine Wohnung im Haus Feldstraße 100 vermietet hat. In diesem Fall müssen sie natürlich die Wohnadresse des Herrn Knausrig eingeben, damit ihn der Mahnbescheid erreicht.
  4. Nun müssen sie dem Mahngericht noch mitteilen, dass ein Reguläres Mahnverfahren gewünscht wird.
  5. Es folgen die Angaben zur Hauptforderung. Die Mahngerichte haben die Forderungsarten katalogisiert, für die Eigentümergemeinschaften ist die Nummer 90 „Wohn-/Hausgeld für die Wohnungseigentümergemeinschaft“ zuständig. Nachdem sie die Katalognummer 90 ausgewählt haben, folgt die Beschreibung der Forderung . In unserem Fall wurde Eigentümer Knausrig am 05.03.2017 von der Eigentümergemeinschaft schriftlich angemahnt, sein Hausgeld für die Monate Januar und Februar zu zahlen. Es besteht also Anspruch auf Zahlung für den Zeitraum 01.01.2017 bis 28.02.2017 in Höhe von 800,00 EUR. Seien sie konkret in der Beschreibung der Forderung, sonst kann es ihnen passieren, dass der Mahnbescheid zurückgewiesen wird, weil der Eigentümer nicht erkennen kann, um welche Forderung es genau geht.
  6. In dem nächsten Fenster ist es noch einmal notwendig die Anschrift der WEG einzutragen.
  7. Fast fertig! Zu guter Letzt können Sie noch weitere Forderungen (z.B. Portogebühren, Verzugszinsen usw.) geltend machen, wenn sie möchten.
  8. Auf der Formularseite „Allgemeine Angaben zum Antrag“ müssen sie noch eine wichtige Angabe machen.
    Sie erklären durch aktivieren der Erklärung „Ich erkläre, dass der Anspruch von einer Gegenleistung nicht abhängt“, dass der säumige Eigentümer zahlen muss, ohne dass die Wohnungseigentümergemeinschaft eine Gegenleistung erbringen muss.
    Direkt darunter können sie „Im Falle eines Widerspruchs beantrage ich die Durchführung des streitigen Verfahrens“ aktivieren. Dadurch entscheiden sie, ob das Mahnverfahren bei Widerspruch direkt in ein Klageverfahren übergehen soll. Soll heißen, bei Widerspruch des säumigen Eigentümers wird der Rechtstreit dann an das zuständige Prozessgericht abgegeben, grundsätzlich allerdings nur, wenn die Gebühr für das Mahnverfahren und Prozesskosten für das streitige Verfahren vollständig bezahlt sind (die erforderlichen Prozesskosten werden in der Widerspruchsnachricht mitgeteilt).
  9. Auf der vorletzten Seite des Formulars erhalten sie eine Übersicht der eingegebenen Daten, hier können sie noch einmal Korrekturen vornehmen. Mit einem letzten Klick gelangen sie zum Ende des Formulars. Keine Sorge, der Antrag wird nicht elektronisch übertragen. Sie müssen das Formular ausdrucken und mit der Post versenden.

 

 

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