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Für die Wohnungseigentümer kommt die Gewährung der Steuerermäßigung in Betracht wenn:

  1. in der Jahresabrechnung die im Kalenderjahr unbar gezahlten Beträge nach den begünstigten haushaltsnahen Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen jeweils gesondert aufgeführt sind.
  2. der  Anteil der steuerbegünstigten Kosten (Arbeits- und Fahrtkosten) ausgewiesen ist
  3. der Anteil des jeweiligen Wohnungseigentümers anhand seines Beteiligungsverhältnisses errechnet wurde.

 

Ist ein Hausverwalter bestellt, so ist der Nachweis durch eine Bescheinigung des Verwalters zu führen, sofern sich der Anteil nicht aus der Jahresabrechnung ergibt. Die Jahresabrechnung bzw. die Bescheinigung ersetzt dabei den sonst erforderlichen Nachweis durch Vorlage der Rechnungen sowie die Belege über die Zahlung der Aufwendungen auf ein Konto des Leistungsempfängers. 

Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder Dienstleistungen

Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse gem. § 35a Abs. 1 EStG

- nichts für die Wohnungseigentümergemeinschaft oder den Vermieter

Die Steuerermäßigung nach § 35a Abs. 1 EStG kann nur in Anspruch genommen werden, wenn es sich bei dem haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis um eine geringfügige Beschäftigung im Sinne des § 8a SBG IV handelt. Es handelt sich nur dann um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis, wenn der Steuerpflichtige am Haushaltsscheckverfahren teilnimmt.

Wohnungseigentümergemeinschaften und Vermieter können im Rahmen ihrer Vermietertäigkeit nicht am Haushaltsscheckverfahren teilnehmen, da sie das Beschäftigungsverhältnis nicht als Privatperson eingehen. Die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse fallen in diesem Fall unter die Haushaltsnahen Dienstleistungen.

Betrag 2016: 20 Prozent, höchstens 510 Euro.

Haushaltsnahe Dienstleistungen gemäß § 35a Abs. 2 S. 1 EStG

- hier können Wohnungseigentümergemeinschaft oder Vermieter Kosten geltend machen

Dienstleistungsunternehmen

Im Unterschied zur haushaltsnahen Beschäftigung besteht zwischen der Wohnungseigentümergemeinschaft und dem Beschäftigten kein Arbeitsverhältnis. Es besteht ein Dienstverhältnis nach §§ 611 ff. BGB oder ein Werkvertragsverhältnis nach §§ 631 ff. BGB. Dies ist immer dann gegeben, wenn ein Selbständiger, ein Gewerbetreibender oder ein sonstiges Unternehmen mit der Ausführung einer Tätigkeit beauftragt wurde.

Ein Miteigentümer der Wohnungseigentümergemeinschaft wird als geringfügig Beschäftigter bei der Minijob-Zentrale angemeldet oder der Vermieter/die WEG stellt einen Hausmeister ein

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören auch geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, die durch Wohnungseigentümergemeinschaften und Vermieter im Rahmen ihrer Vermietertätigkeit eingegangen werden. Hier werden die Beschäftigten (z.B. ein Miteigentümer pflegt gegen Entgelt den Garten oder putzt regelmäßig das Treppenhaus) nicht im Haushaltsscheckverfahren, sondern als geringfügig Beschäftigter angemeldet.

Die Abgrenzung zwischen Handwerkerleistung und Dienstleistung ist oft schwierig. Es ist darauf abzustellen, was für eine Tätigkeit verrichtet wird. Handelt es sich um Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsarbeiten, liegen Handwerkerleistungen vor. Beispiel: Die Ausführung von reinen Gartenpflegearbeiten wie z.B. Rasenmähen, Heckenschneiden, Unkrautjäten, Laubbeseitigung zählt, wenn durch ein Gartenbauunternehmen durchgeführt, zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Die Ausführung von Gartengestaltungsarbeiten wie z.B. Baumfällarbeiten, Neuanlegung gärtnerischer Anlagen, Einrichtung von Gartenteichen zählt zu den Handwerkerleistungen.


Dienstleistungen, die als haushaltsnah einzustufen sind:

Leistungen von Hauswirtschaftsunternehmen
Selbständige Fensterputzer, Gebäudereiniger
selbständige Hausmeisterdienstleistungen
Aufwendungen für die Schnee- und Glatteisbeseitigung
Leistungen für Gartenpflegearbeiten
Aufwendungen für Notdienste
Kosten der Ungezieferbekämpfung
Winterdienst

Dienstleistungen, die nicht als haushaltsnah einzustufen sind:
Verwaltungsleistungen (Miet- und WEG-Verwaltung)
Aufwendungen für Ablesung und Abrechnung (insbes. nach HeizkostenVO)
Entsorgungsleistungen

Was kann angesetzt werden?

Arbeitslohn zuzüglich in Rechnung gestellter Maschinen- und Fahrtkosten inkl. Umsatzsteuer. Unberücksichtigt bleiben gelieferte Waren oder Materialien. Dies gilt nicht für Verbrauchsmaterialien wie Spülmittel, Reinigungs- oder Schmiermittel, Streugut, Chemikalien.

Betrag 2016: 20 Prozent der Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen fremder Anbieter (z. B. Dienstleistungsagenturen), höchstens 4.000 Euro.

Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen gemäß § 35a Abs. 3 EStG

Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind ansetzbar. Im Unterschied zum haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis besteht zwischen den Parteien kein Beschäftigungsverhältnis, sondern ein Werkvertragsverhältnis nach §§ 631 ff. BGB. In diesem Rahmen werden Erhaltungs-, Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten verrichtet. Dies ist sicher immer dann gegeben, wenn ein Selbständiger, Gewerbetreibender oder ein sonstiges Unternehmen mit der Ausführung beauftragt ist. Die Firma muss dabei nicht in die Handwerkerrolle eingetragen sein. Die Abrenzung zur Dienstleistung findet nicht über die rechtliche Stellung sondern über die Art der Tätigkeit statt.


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Ein Leser: Dieses Buch ist meiner Ansicht sehr gut für Einsteiger geeigent um in die Pflichten des Verwalters gennen zu lernen. Es ist aber auch sehr gut als Nachschlagewerk für Verwalter geeignet.




Beispiel Hausmeister

  • Ist der Hausmeister im Rahmen eines "Minijobs" beschäftigt, ist die Tätigkeit in dem Bereich haushaltsnahes Dienstleistungsverhältnis einzustufen, auch wenn hier handwerkliche Tätigkeiten ausgeführt werden.
  • Ist der Hausmeister selbständig tätig, so sind die Ausgaben ebenfalls in den Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen einzuordnen. Aber immer nur dann, wenn KEINE handwerklichen Tätigkeiten durchgeführt werden.
  • Führt der selbständige Hausmeister auch kleinere Erhaltungs-, Renovierungs- oder Modernisierungsarbeiten durch, so liegt eine handwerkliche Leistung vor.

Zu den Handwerkerleistungen zählen: 

  • Arbeiten an Innen- und Aussenwänden (Maurer, Verputzer, Maler- und Tapzierarbeiten),
  • Arbeiten am Dach, an der Fassade, an Garagen o.ä.,
  • Reparatur oder Austausch von Fenstern oder Türen,
  • Streichen/Lackieren von Türen, Fenstern (innen und ausen), Wandschränken, Heizkörpern und -rohren, Reparatur oder Austausch von Bodenbelägen (Teppich, Parkett, Fliesen etc.),
  • Reparatur oder Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallation,
  • Arbeiten an Hausanschlüssen (Kabel für Strom oder Fernseher),
  • Modernisierung des Badezimmers,
  • Reparatur von Gegenständen, die im Gemeinschaftseigentum stehen (gemeinschaftliche Waschmaschinen und Trockner, Gartengeräte etc.),
  • Gartengestaltung,
  • Ausbesserung oder Erneuerung von Zäunen uns sonstigen Einfriedungen,
  • Pflasterarbeiten (auf dem Grundstück).

Das Bundesfinanzministerium fasst die handwerklichen Leistungen in seinem Anwendungsschreiben vom 10. Januar 2014 weit und schließt auch Wartungs- und Pflegeleistungen mit ein. Hierzu gehören besonders:

  • Wartung von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen,
  • Wartung von Gegenständen im Haushalt (z.B. Waschmaschinen, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, Computer sowie alle Gegenstände, die Rahmen einer Hausratversicherung versicherbar sind,
  • Feuerlöscherwartung, 
  • Heizungswartung,
  • Schornsteinfegergebühren,
  • Aufzugswartung,
  • Wartung von Notstrom- und Rauchabzugsanlagen,
  • Rohrleitungsprüfungen,
  • Kontrolle der Dacheindeckung,
  • Dachrinnenkontrolle,
  • Kontrolle von Blitzschutzanlagen.

Betrag 2016: 20 Prozent des gezahlten Rechnungsbetrags, soweit dieser auf Arbeits- und Fahrtkosten einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer entfällt, höchstens 1.200 Euro.

Prüf- und Gutachterleistungen fallen leider raus!

Leistungen, die zwar in einem engen sachlichen Zusammenhang mit  Erhaltungs-, Renovierungs- und Modernisierungsleistungen stehen, jedoch nicht in engerem Sinne "handwerklich" im Sinne einer körperlichen Tätigkeit sind, sollen nicht berücksichtigt werden. Die betrifft insbesondere:

  • Gutachterleistungen,
  • Prüfungen nach TrinkvW,
  • Prüfungen nach BetriebsSichV,
  • Technische Überprüfung von Aufzugsanlagen,
  • E-Check,
  • Immissionsschutzmaßnahmen
  • Aufwendungen für die Erstellung eines Energieausweises nach EnEV.

Welche Kosten können in Ansatz gebracht werden?

Ansetzbar sind alle Arbeitskosten, zuzüglich in Rechnung gestellter Maschinen- und Fahrtkosten sowie der Umsatzsteuer. Kosten für gelieferte Waren oder Materialien dürfen nicht in Ansatz gebracht werden.

 


Von A wie Abfallmanagement bis
W wie Winterdienst

Diese konkreten Arbeiten kann die Eigentümergemeinschaft
mit dem Finanzamt abrechnen.

WEG - 35a EStG


 

 

| Der WEG-Verwalter

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